“Unser Weihnachtsbaum”

 

Es ist viele Jahre Tradition in unserer Familie am Sonntag vor Weihnachten ins Revier zu gehen um einen Weihnachtsbaum zu suchen und ihn entweder mit dem Schlitten, mit der Kutsche oder mit vereinten Kräften nach Hause zu holen.  Inzwischen ist daraus ein Fest geworden und eine Schar  Hunde- und Pferdefreunde haben sich uns angeschlossen. Ein Schlepper mit Anhänger bringt Proviant, Glühwein,  Punsch und Sägen in den Wald und transportiert die geschlagenen Bäume ins Dorf.

 

Im letzten Jahr war uns ein sehr schöner Baum aufgefallen. Immer wieder habe ich ihn mir angeschaut und bewundert. Doch leider konnte ich meine Männer nicht davon überzeugen, dass genau dieser Baum der richtige sei. „Der ist doch viel zu klein!“ waren alle 3 der Meinung.

 

Nun ist ein Jahr vergangen. Mindestens 1 x pro Wochen haben wir (Gheila, Bi Jua und ich) „unseren Baum“ besucht und ihm erzählt, dass er am nächsten Weihnachtsfest festlich geschmückt in unserem Wohnzimmer stehen würde.

 

… und nun ist es soweit, der Tag an dem wir „unseren Baum“ schlagen (welch ein schreckliches Wort) werden rückt immer näher. Ganz wehmütig wurde es mir bei dem Gedanken diesen wunderschönen Baum abzuholzen. 

 

 

In der letzten Woche haben wir „unseren Baum“ täglich besucht und ihm erzählt, dass er der schönste Baum im ganzen Wald sei und  dass wir es nicht übers Herz bringen werden ihn seiner Wurzeln zu berauben. Der Preis für ein paar Tage unser Wohnzimmer zu erhellen, vor dem Kamin zu vertrocknen um anschließend darin verfeuert zu werden ist einfach zu hoch. 

 

 

Am Morgen des 1. Weihnachtstages werden wir in den Wald gehen und ihn mit einer ganz besonders schönen Weihnachtskugel schmücken und uns weiterhin und zu jeder Jahreszeit an “unserem Weihnachtsbaum“ erfreuen.

 

 

Wo dieser Baum zu finden ist, bleibt selbstverständlich unser Geheimnis.

 

Wir wünschen allen die unsere Geschichte nachempfinden können eine besinnliche Adventszeit.